Marktforschung

Das geschickte und erfolgreiche Verkaufen oder Vermieten einer Immobilie ist nicht das alleinige Ziel beim Immobilien-Marketing. Sie betreibt zugleich eine umfassende Analyse des Ist- und des Sollzustandes und kontrolliert das Einhalten der wirtschaftlichen Ziele durch eine umfassende Marktforschung. Das Immobilien-Marketing trägt dazu bei, Absatzmärkte für gegenwärtige und zukünftige Projekte zu sichern. Dabei lässt sich ein Wohngebiet oder ein bestimmter Baustil als Marke aufbauen. Ein Beispiel für eine frühzeitige Anwendung von Immobilien-Marketing bietet die Wohnanlage "Am Walnussbaum" in Kronshagen bei Kiel. Der Bau der dortigen Häuser war von Protesten der Bewohner einer an gleicher Stelle befindlichen ehemaligen und zum Wohnhaus umgebauten Druckerei begleitet, die unter anderem die geplante Zerstörung eines sehr alten Walnussbaums anprangerten. Dieser wurde auch zum Naturdenkmal erklärt, worauf der Bauträger seine Planungen insoweit abänderte, dass der Baum nicht gefällt werden musste. Im Verkaufsprospekt wurde die Anlage erstmalig mit dem Namen "Am Walnussbaum" versehen und als Wohnen inmitten unberührter Natur vermarktet. Voraussetzung dafür war die Erkenntnis, dass es einen Markt für naturnahes Wohnen gibt.

Marktforschung als zuverlässiges Marketinginstrument

Um zuverlässig herauszufinden, welche Bedürfnisse die als potentielle Käufer oder Mieter auftretenden Marktteilnehmer haben, sind Instrumente der Marktforschung erforderlich. Wie bei allen anderen Produkten, gehören hierzu auch beim Immobilien-Marketing sowohl Befragungen, mit denen die Wünsche der Menschen ermittelt werden als auch, in einem späteren Verlauf der Projektplanung, ein Copy Test der geplanten Anzeigen sowie verschiedener Produktbezeichnungen.
Neben Face to Face Befragungen, Gruppendiskussionen und eventuellen schriftlichen oder im Internet durchgeführten Umfragen ist das Auswerten von Anzeigen und Berichten ebenfalls ein wichtiger Teil der Marktforschung.
Ebenfalls ein Element der Marktforschung ist die Milieu Studie. Sie beantwortet unter anderem die Frage, welche Personengruppen bereits im entsprechenden Gebiet wohnen und klärt somit, wo potentielle Mieter oder Käufer am ehesten zu finden sind.

Marktforschung und Produktpolitik

Die Produktpolitik ist ein Bestandteil beim Immobilien-Marketing und als solche ein ähnlich unerlässliches Instrument, wie die Marktforschung. Sie hat die Aufgabe, die Bedürfnisse der Käufer oder Mieter zu befriedigen und entwickelt zu diesem Zweck Produkte, die nachgefragt werden. Im Bereich des Immobilien-Marketings heißt das, dass sie erforscht, welche Ansprüche an Wohnungen und Häuser gestellt werden. Die Produktpolitik muss sich aber nicht darauf beschränken, vorhandene Bedürfnisse zu befriedigen, sondern sie hat auch die Möglichkeit, die Bedürfnisentwicklung zu steuern. Das kann man beispielsweise bei Multiplayer und Browsergames beobachten. Dies geschieht durch die Kommunikation bestimmter Wohnformen als erstrebenswert, wozu vor allem Homestorys mit Prominenten beitragen können. Eine weitere Aufgabe der Produktpolitik besteht darin, besondere Vorzüge der zu vermarktenden Immobilie gegenüber Konkurrenzangeboten herauszustellen. Je einzigartiger ein Produkt erscheint, desto besser sind seine Marktchancen; dies gilt auch auf dem Immobilienmarkt.